Geschichte

Aus Ungenachs Vergangenheit

Überreste von alten Römerstraßen (Fund eines römischen Hufeisens), Ausgrabungen von mittelalterlichen Töpfereien und alte Dorfnamen bezeugen die frühe Besiedelung dieses Gebietes an den südlichen Ausläufern des Hausrucks.

Ortschaftsnamen mit den Endsilben –heim (Engelsheim) und -ing (Reichering, Ainwalding) weisen auf die frühe Besiedelung während der ersten bajuwarischen Landnahme im 8. christlichen Jahrhundert hin.

Urkundlich wird der Name Ungenach erstmals im Jahre 1160 erwähnt. Mittelalterliche Töpfereien sind im Hauptort Ungenach (Haus „Hafner“) und in der Ortschaft Oberleim (Haus „Schiefer“) nachgewiesen.

Die Ungenacher Bauernhöfe waren vormals Lehen, das heißt, die Bauern erhielten die Höfe von den Grundherrn nur gepachtet ("geliehen"). Die meisten von ihnen unterstanden den Grafen von Wartenburg oder den Herren vom Schloss Kammer, das einstmals dan Schaunburgern gehörte. Manche Ungenacher Höfe unterstanden auch einem Kloster, zum Beispiel dem Stift Schlögl oder dem Stift Kremsmünster. Es sind nur zwei selbstständige Güter bekannt: Schloss Ainwalding (heute "Moar z'Ainwalding") und ein Edelsitz in Ungenach (heute "Wirt z'Ungenach").

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts war Ungenach eine Pfarrfiliale der Mutterpfarre Atzbach. Die Wallfahrtskirche Zell am Pettenfirst dürfte wiederum eine Nebenkirche von Ungenach gewesen sein. Im Jahre 1600 wurde Ungenach ein eigenes Pfarrvikariat, blieb aber verwaltungsmäßig von Atzbach abhängig. Auch eine Schule ist ab dieser Zeit bezeugt. Im Rahmen der josephinischen Reformen wurde Ungenach 1784 eine selbstständige Pfarre.

Die Industrialisierung hat in Ungenach kaum eine Rolle gespielt, so dass die überlieferte bäuerliche Struktur fast unverändert bis in die Gegenwart erhalten geblieben ist. Die kurzen Wege in den benachbarten Industrieraum der Vöckla-Ager-Zone lassen die geringe Zahl an Arbeitsplätzen im Gemeindegebiet leicht verschmerzen; die Lebensqualität in der bäuerlich strukturierten Gemeinde in der Nähe des Salzkammergutes ist daher groß.

Mit der Gaueinteilung unter Karl dem Großen kam unser Gebiet zum Attergau, der zum Herzogtum Bayern gehörte. Seit 1180 bildete dann der Hausruckkamm die Landesgrenze zu Bayern, bis das Innviertel 1779 zu Österreich kam. 1478 wurden von den Habsburgern im Land ob der Enns die Landesviertel gebildet: Ungenach liegt im Hausruckviertel. Während der Verpfändung des Landes 1620 bis 1628 an die Bayern kam es unter Stadthalter Adam Graf Herberstorff zu den Bauernkriegen (Frankenburger Würfelspiel). Die Franzosenkriege unter Kaiser Napoleon I. brachten den Hausruck 1810 bis 1816 noch einmal unter bayrische Verwaltung.

Ungenach ist seit 1850 eine eigene Gemeinde. Außer den Kaisermanövern 1895, den Manövern der Amerikaner 1953 bis 1955 und der Großübung "Hausruck 86" gab es keine besonderen militärischen Ereignisse. Von den Kämpfen des ersten und des Zweiten Weltkrieges blieb der Ort Gott sei Dank verschont. In der Gegenwart prägt die Bewohner Ungenachs die Liebe zur Kultur, vorrangig zur Musik.